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23002 Institut für Chemische Technik

Bestandslaufzeit: 1928-1963

2,1 m; 126 Verzeichnungseinheiten


Art des Materials: Akten


Provenienz: Institut für Chemische Technik der Technischen Hochschule Karlsruhe


Entstehungsgeschichte:

Vorwort Klaus-Peter Hoepkes im provisorischen Findbuch (1988):

"Institutionsgeschichte

Das Fach "Chemische Technologie" zählt zu den ältesten an der Hochschule. Seit seiner Etablierung im Jahre 1830 wurde es durchweg von bedeutenden Vertretern der Zunft in Lehre und Forschung vertreten. Carl Engler setzte es durch, daß es einen für damalige Verhältnisse großzügig ausgestatteten Institutsneubau erhielt, der 1880 bezogen wurde. 1887 übernahm Hans Bunte die Leitung dieses "Chemisch-technischen Instituts", und unter der Ägide dieser beiden Autoritäten erhielt die Karlsruher Chemie bereits starke verfahrenstechnische bezw. physikalisch-chemische Züge.

Über kurz oder lange mündeten diese beiden Tendenzen in selbständige Fachrichtungen ein; die enge Verbindung zur Chemischen Technik blieb indes gewahrt.

Die rassepolitischen Maßnahmen des Jahres 1933 brachten u.a. die Amtsenthebung des damaligen Institutsdirektors Paul Askenasy. Obendrein scheint sich die materielle Ausstattung des Instituts nicht mehr auf dem Stand zeitgemäßer Erfordernisse befunden zu haben. Der Askenasy-Nachfolger Henglein erwirkte für Renovierung und Ausbau eine ansehnliche finanzielle Berufungszusage, zu der auch eine IG-Farben-Spende von 25.000 RM gehörte. Nicht zuletzt dank industrieller Hilfen erarbeitete Henglein mit seinen Mitarbeitern das Standardwerk "Grundriß der Chemischen Technik", das zahlreiche - auch verbesserte - Neuauflagen erleben wird.

Zwischen August 1939 und Januar 1943 befand sich Henglein in Böhmen als Offizier einer Nachrichteneinheit. Die Leitung des Institutsbetriebs lag in starkem Maße in den Händen der beiden Hengleinschüler bezw. Hengleinassistenten Dr.-Ing. Hans Bock und Dr.-Ing. Walter Ruf. - Der Bombenangriff vom 3. September 1942 zerstörte einen Großteil der Institutseinrichtung und verringerte somit einstweilen die Studien- und Forschungsmöglichkeiten beträchtlich. Ende 1944, als die Westfront Karlsruhe bedenklich naherückte, lagerte man befehlsgemäß die für die Forschung belangvollen Teile des Instituts aus, sei es nach Neuenbürg i. Württ., sei es nach Ravensburg.

Nach Kriegsschluß vermochte das Institut seine Arbeiten zwar in bescheidenem Umfange, aber immerhin bei nur kurzer zeitlicher Unterbrechung in der Hochschule wieder aufzunehmen. Da Henglein politisch unbelastet war, durfte er seine Tätigkeit - als einziger Chemie-Ordinarius - schon im Sommer 1945 wieder ausüben."


Inhalt: Hinweise auf wesentliche Inhalte sind der Klassifikation zu entnehmen.


Klassifikationsübersicht:

  • 1. Allgemeine Verwaltung und Verschiedenes
  • 2. Allgemeine Korrespondenz
  • 3. Haushalt und Beschaffung
  • 4. Bausachen und Inventar
  • 5. Personal
  • 6. Forschung
  • 7. Lehre, Studium und Studierende
  • 8. Exkursionen
  • 9. Publikationen
  • 10. Hochschulexterne Kooperationen


Archivgut mit ähnlichem Bezug:

KIT-Archiv:

  • 21001 Hochschulverwaltung,
  • 22003 Fakultät für Chemie,
  • 23010 Engler-Bunte-Institut,
  • 27010 Nachlass und Sammlung Carl Engler,
  • 27055 Nachlass und Sammlung Hans und Karl Bunte.


Literatur:

  • Henglein, F. A.: Das Institut für Chemische Technik an der Technischen Hochschule Karlsruhe, in: Die Chemische Fabrik, Nr. 39/40, 03.10.1934, S. 345-347.
  • Ders.: Der Lehrstuhl und das Institut für Chemische Technik, in: Die Technische Hochschule Fridericiana Karlsruhe. Festschrift zur 125-Jahrfeier, hg. unter dem Rektorat v. Ernst Terres, 1950, S. 139-142.